Liebe, was du dir erschaffen hast …

Kürzlich habe ich einigen Menschen zugehört, die einem „minimalistischen Lebensstil“ frönen. Dabei ging es in der Hauptsache darum, wie man sich die Haare ohne Shampoo waschen kann, wie man Seife selber herstellt, das billigste Mittagessen bereitet und Möbel aus Sperrholz oder Paletten baut … kurz und gut, es ging darum, wie man wohl am kostengünstigsten durchs Leben kommt.

Meiner Ansicht nach ist das armselig, nicht minimalistisch.

Auf eine entsprechende Bemerkung von mir wurde wütend reagiert. Sie fielen geschlossen über mich her. Aber was sagt uns das?

Wenn sich jemand vehement gegen etwas wehrt, dann ist das Abgewehrte vermutlich tatsächlich die Wahrheit. Derjenige macht sich Illusionen über seinen Zustand, den er nicht akzeptieren kann, denn hätte er ihn angenommen, wären Illusionen oder Abwehr gar nicht nötig. Die Emotionen kochen nur so hoch, wenn man weiß, der andere hat Recht, man das aber nicht erkennen will.

Da wird dann lieber mit anderen über Minimalismus geschwafelt, das klingt akzeptabler als: „Ich bin zu arm, um mir Shampoo leisten zu können.“  Das, liebe Leute, ist rosa Soße über einen ungeliebten Zustand zu gießen – und die ändert gar nichts an den Fakten. Besser ist es, sich einzugestehen, wo man steht, wie es um sein Selbstwertgefühl bestellt ist, und wie man sich da hinausarbeiten kann (ich meine damit nicht, sich einen Job zu  suchen …)

Es geht um Bewusstsein. Solange ich nicht liebe, was ich erschaffen habe, solange kann ich mir auch nichts Besseres erschaffen.

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