Krafträuber

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die man dysfunktional nennen kann. Die Ehe meiner Eltern war alles andere als gut. Sie funktionierte nicht. Aber Scheidung kam überhaupt nicht in Frage, weil einer vom anderen abhängig war. Und das ist nicht nur wirtschaftlich gemeint.

Wenn man also in einer solchen Familie groß wird, dann merkt man es nicht, dass und wie einer dem anderen die Kraft raubt oder die Luft abdrückt. Es ist „normal“. Man kennt ja keine andere Beziehungsvariante, vor allem aber deshalb, weil man nach dem Gesetz der Resonanz nur mit Menschen zu tun hat, die nach dem gleichen Muster funktionieren. Andere mögen da sein, aber man wird nicht „warm“ mit ihnen, sie gehören nicht zu den Freunden, weil man deren Verhalten nicht einordnen kann.

Mein Vater beispielsweise ging gerne mal herum und stänkerte. Wenn ich im Wohnzimmer saß und seine Socken stopfen musste, kam er heran und sagte: „Langes Fädchen, faules Mädchen!“ Oder er fing ein Gespräch an, nur um dann sagen zu können: „Musst du immer das letzte Wort haben?“ Es sind die kleinen, scheinbar nebensächlichen Bemerkungen, von denen er wusste, dass sie mich oder sein jeweiliges Opfer ärgern würden. Und das war Absicht, denn das war Energie, die den Betreffenden abgeflossen ist – hin zu ihm. Wenn er eine Weile so herumgestänkert hatte, ging es ihm sichtlich gut, während alle anderen reichlich „geladen“ waren.

Diese energetischen Verbindungen zwischen den Menschen kann man auch kappen, einfach durchschneiden. Es macht auch wenig Sinn, sich immer weiter von anderen aussaugen zu lassen, denn selbst wenn sie bereits gestorben sind, also ihren Körper hier verlassen haben, können solche „Nährschläuche“ immer noch bestehen bleiben – und die Energien fließen weiter.

Das Wesen ist nicht tot, es kann immer nur der Körper sterben, die Seele oder besser: das Bewusstsein ist unsterblich. Und so merkst du meist nicht, dass dir unaufhörlich Energien abhanden kommen.

Es ist egal, ob es ein Familienangehöriger, ein Ex-Partner, Kinder, Nachbarn, Freunde oder wer auch immer ist, es ist nötig, dieses Nähren zu beenden. Stelle dir einfach vor, du nimmst ein großes Hackebeil, legst alle Schläuche auf einen Hauklotz, wie ihn der Metzger hat, und dann hau drauf! Und dann weißt und fühlst du, dass dir keine Energie mehr abfließen kann. Wiederhole diese Prozedur, so oft es dir geraten erscheint.

Du gibst damit nicht die Beziehungen auf, du verhinderst nur, dass nach alter Manier Energie, die du für dich selber brauchst, abhanden kommt. Allerdings kann es dann sein, dass sich einige Beziehungen dennoch verändern, einfach deshalb, weil du für den anderen nicht mehr so attraktiv bist, denn jetzt kann er sich nicht mehr an dir nähren. Aber solche Menschen brauchst du auch nicht in deinem Leben!

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Eine Antwort auf „Krafträuber

  1. Liebe Eva-Maria,
    danke für den Tip mit dem Hackebeil, das brauch ich für meinen stänkernden Nachbarn.
    Was die Eltern angeht, hab ich auch schlechte Erfahrungen gemacht, jedoch von anderer Art.
    Dass mir Menschen Energieen abzapfen können und wollen, musste ich schmerzlich bei meinem zweiten Ehemann erfahren. Richtig bewußt geworden ist es mir erst, als ich ausgezogen war aus der gemeinsamen Wohnung. Und jetzt nach 3 Jahren fühle ich immer wieder mal die Schwere, die mich niederdrückt. Ich will sie endlich loswerden und ich bin zuversichtlich, dass ich es schaffe.
    Vielen Dank,
    herzliche Grüße,
    Margot.

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