Im Kokon

Ich bin eine Raupe. Ich war allezeit eine Raupe, fest mit all meinen Beinen auf dem Untergrund verhaftet. Ich fraß wie alle anderen auch alles, was ich kriegen konnte. Meine Farben waren schwarz-gelb, Warnfarbe für die Fressfeinde. Denen wollte ich nicht schmecken.

Und eines Tages hatte ich die Faxen dicke, ich hatte genug vom Fressen und herumkrabbeln, es wurde mir alles zu viel. Ich zog eine dicke Decke um mich herum, wickelte mich total darin ein, und dann begann etwas … Alles in mir veränderte sich, mein Inneres wurde buchstäblich zu Brei zerstampft. Aber ich war sicher in dieser Decke, diesem Kokon.

Und jetzt fühle ich mich, als müsste ich gleich zerspringen. Ich will raus hier, dieses Ding erstickt mich noch. Ich weiß nicht, wie ich mich bewegen kann, weiß nicht, ob ich mich überhaupt bewegen kann, habe nur eine Ahnung, wie ich meine Arme … meine Flügel ausbreiten könnte. Es ist eng in diesem Kokon. Ich bin wie gelähmt nach Tausenden von Jahren und Lebzeiten in der menschlichen Begrenzung.

Ich spüre, es ist Zeit, die Hülle zu sprengen, aber ich habe alles vergessen … doch ich kann hier nicht länger bleiben! Es ist an der Zeit, ich muss mich jetzt befreien, irgendwie …

Am Tag danach …

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2 Antworten auf „Im Kokon

    1. Margot, haben wir das nicht allezeit so gemacht? Augen zu…? Und wohin hat es uns gebracht?
      Nein, ich plädiere für Augen auf, bewusst wahrnehmen, was ist, damit man handlungsfähig wird, damit man die Dinge ändern kann, die anstehen.
      Ich habe den nächsten Schritt gemacht – mit weit offenen Augen! Ich weiß jetzt… 😉

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