Die Wahrheit kommt doch ans Licht

Ich weiß, ihr liebt Geschichten …

Als ich begann, mit Sanat Kumara zu „arbeiten“, meditierte ich noch oft. Ich legte mich dazu auf ein Heizkissen, was der körperlichen Entspannung diente und mich gleichzeitig auch mehr von meinem Körper fühlen ließ. Und in diesem wirklich sehr entspannten Zustand schlief ich regelmäßig fast ein. Doch nicht ganz … Mein Bewusstsein war klar wie nie zuvor, und ich nahm Seltsames wahr.

Ich sah mich z. B. einmal auf den inneren Ebenen, nachdem ich also körperlich wieder mal gestorben war, mit Sanat (dem Gott) sprechen. Ich fragte ihn, warum mein Leben jedesmal mit einem gewaltsamen Tod enden muss, wenn ich doch den Menschen nichts als die Wahrheit bringen will. Er sagte: „Die Zeit ist noch nicht reif!“ Warum? Was meinte er?

Ich war in der letzten Inkarnation vor diesem Gespräch ein Mann gewesen, der einen sehr hohen Rang in der Kirchenhierarchie hatte. Ich sah mich mit „Kollegen“ reden, wir hatten etwas in der Bibel entdeckt, das uns irgendwie nicht ganz stimmig vorkam. Wir suchten und suchten und fanden endlich die Wahrheit heraus. Und wir waren entsetzt, denn es wurde klar, inwieweit die Bibel, dieses heilige Buch, doch entstellt worden war. Ich wollte, dass alle Menschen die Wahrheit erfahren sollten … doch die Kollegen verboten mir, darüber zu sprechen. Ich wurde verpflichtet, den Mund zu halten, sonst …

Meine Empörung wuchs. Insgeheim beschloss ich, die Wahrheit aufzuschreiben und zu verbreiten, auch wenn die Kollegen aus eigennützigen Gründen alles beim Alten lassen wollten. Ich merkte, dass man mir nicht so ganz über den Weg traute, man beobachtete mich, wollte herausfinden, ob ich mich an mein Wort halten würde. Aber ich (war noch nicht so gerissen, wie die Menschen heute allgemein sind) … ich wütete, es empörte mich immer mehr, je länger ich drüber nachdachte. Ich hatte das Gefühl, keine Zeit zu haben, die Menschen sollten das unbedingt jetzt sofort wissen!“

Also ließ ich mein Pferd satteln und aus der Stadt hinausführen. Da ich beobachtet wurde, wusste ich, würde man mich nicht aus den Augen lassen. ich musste also versuchen, heimlich zu flüchten. Mit einigem wenigen unauffälligen Gepäck verdrückte ich mich und ritt dann, so schnell das Pferd konnte, weg. Ich hatte kein bestimmtes Ziel, ich wollte unterwegs in den Pausen die Wahrheit aufschreiben, um sie dann vielleicht irgendeinem unauffälligen Mann zum Abschreiben zu geben, der den Text dann weiterverbreiten sollte. So simpel und unüberlegt war mein Plan.

Selbstverständlich merkte man sofort mein Verschwinden, ich wurde verfolgt. Nur wenige Tage später überfielen sie mich, als ich am Lagerfeuer hinter einer Felswand meine Aufzeichnungen fortsetzte. Die Meute brach über mir herein wie ein Schwarm Heuschrecken.

Ich wurde von einer Lanze durchbohrt. Sie steckte in meiner Brust fest. Seltsamerweise tat es nicht mal weh. Ich ging zu Boden. Unter Geschrei hatten sie meine Blätter entdeckt, entfachten das Feuer, dass die Flammen hochschlugen und schleppten mich dann dort hin. Dann rissen sie meine Augenlider auf, ich sollte zusehen, wie sie unter Triumpfgeschrei meine Wahrheit verbrannten. Unter ihrem Hohnlachen spürte ich nach innen, merkte, wie langsam aber sicher meine Lunge sich mit Blut füllte. Wenige Minuten später verließ ich meinen Körper.

Eine andere Erinnerung ist, dass ich auf einem Scheiterhaufen stand, dem ersten in einer langen Reihe. Sie hatten uns, die Katharer des Dorfes, wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht und verbrannten uns. Ich sehe mich einen Arm aus der Fessel ziehen, ihn erheben und höre mich schreien: „Ich komme wieder!“ (Voilá, hier bin ich!)

Es gab wohl noch eine oder zwei derartige Geschichten, die ich im Moment nicht mehr erinnere. Die mit der Lanze war die deutlichste Erinnerung. Es ging jeweils darum, den Menschen die Wahrheit zu bringen, die Verzerrungen der Bibel aufzulösen, um all die Angst der Menschen zu reduzieren. Nein, es ging mir nicht so sehr um die Menschen an sich, nicht um ihre Ängste, sondern um die schreiende Ungerechtigkeit, dass einige Wenige sich an der Angst der Menschen vor einem strafenden Gott und der Wegnahme des ewigen Lebens zu bereichern trachteten. Sie, sie Kleriker in den hohen Rängen, sie wissen, was wahr ist. Und sie tun alles, um diese Wahrheit zu unterdrücken. Es gibt ihnen ein starkes Überlegenheitsgefühl, eine Macht, sie manipulieren mit Freude die Massen. Es war damals nicht anders als heute. Nur damals war die Zeit noch nicht reif für Veränderungen. Sie ist es jetzt.

Ich musste meine Mission um rund 1000 Jahre verschieben. Nachdem ich mehrmals umgebracht worden war, schien es wirklich sinnlos zu sein. Also wartete ich – bis heute. Und auch heute noch spüre ich latente Ängste, wenn ich meine Wahrheit so offen kundtue. Heute wird mich keiner mehr erdolchen oder verbrennen, doch Aspekte von mir haben es erlebt. Ich spüre sie … Und trotzdem: Jetzt ist die Zeit reif!

 

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