Erkennst du den Segen darin?

Nimm an, du hast einen Euro und willst ihn teilen. Du trennst die Vorderseite von der Rückseite. Wenn du jetzt die Hälfte mit der Zahl auf den Tisch legst, erkennt man nicht gleich, dass es sich eigentlich nur um die halbe Münze handelt. Willst du damit einkaufen gehen, wird dir der Händler das Ding vor die Füße schmeißen, weil er zu Recht Betrug vermuten wird. Das Geteilte ist nicht die Hälfte wert, sondern gar nichts.

Wen betrügst du in Wirklichkeit, wenn du die Dinge auseinandernimmst und eine Hälfte davon verschwinden lässt?

Diese Analogie kann man auch auf anderes übertragen. Nimm als Beispiel Hass. Kein angenehmes Thema, ist es doch negative Energie, und wir wollen doch so gern positiv sein. Also sehen wir uns zu gern nur als liebevolle Wesen. Mit Hass haben wir nichts zu tun.

Wenn du nur kurz in deinem Inneren forschst, ob du da Hass findest – du wirst es nicht finden. Es ist verborgen, du hast solche Gefühle, die du als negativ einstufst, ins Unbewusste verdrängt. Aber wenn du weiter suchst, wenn du dir deine Familie ansiehst, vor allem die ungeliebten Personen, dann wirst du Hinweise finden können. Sie gehören nicht zufällig zu deiner Familie.

Ich meine nicht nur Hass in diesem Beispiel, es gibt so viel, was die Menschen verdrängen. Sieh dir einfach deine angenehmen Seiten an und suche nach dem anderen Teil, der fehlt. Es gibt IMMER auch die andere Seite. Solange du sie nicht findest, ist sie verdrängt und wirkt. Hast du sie ausgemacht, angesehen, aufgelöst, erst dann hast du die Wahl, dich wirklich für die positive Seite zu entscheiden, also der liebende Mensch zu sein, der du gerne wärst.

Solange du nur die eine Hälfte der Münze verwenden willst, ist sie gar nichts wert. Du liebst nicht wirklich, du tust nur so. Und das ist rosa Soße, die du über alles kleckerst, und die alles zudeckt. Aber Aufräumen geht anders.

Kannst du die unangenehmen Emotionen auflösen, dann hast du das sicherlich zuerst einmal für dich selber getan. Aber darüber hinaus hat es einen ganz großen Einfluss auf deine gesamte Familienlinie bis zu den Anfängen in die fernste Vergangenheit zurück.

Du veränderst mit jedem einzelnen aufgelösten Gefühlsknoten die ganze Welt, denn in Wirklichkeit gibt es keine Vergangenheit, keine Zeit. Alles ist gleichzeitig, das heißt, auch deine Vorfahren und du selber (das, was du heute Aspekte nennst) in so genannten vergangenen Inkarnationen sind davon betroffen, was du jetzt erlebst und fühlst. Es liegt bei dir, alles radikal zu verändern hin zur wahren Liebe – ohne Rückseite. Denn die Rückseite gibt es nur in der Dualität, in der wir alles zerteilt hatten. Füge das wieder zusammen, indem du es erkennst, anerkennst und in Liebe umarmst, dann bist du in der neuen Energie. Erkennst du den Segen darin?

 

 

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Hass

Hass ist die Kehrseite der Liebe. Man hasst nur, wenn man eigentlich erwartet, geliebt zu werden, und diese Haltung bitter enttäuscht wird. Man erwartet es, selbst wenn einem nicht bewusst ist, dass es so ist. Beispielsweise hat man eine „böse“ Schwiegermutter, die man „einfach unmöglich“ findet. „Von der will ich doch nicht geliebt werden, ja spinnst du denn?“, magst du fragen. Deine eigene Mutter hat dich schon nicht geliebt, warum solltest du das von „dieser Frau“ erwarten?

Verlass dich drauf, deine Aspekte erwarten es. Und andere Anteile wiederum erwarten es bestimmt nicht. Aber dann übertreibt deine Schwiegermutter, und es bricht offen Hass aus. Das ist eigentlich die Bestätigung, du willst geliebt werden – und sie tuts einfach nicht!

Dieser Hass bleibt bestehen, auch wenn die andere Person schon lange tot ist. Sie vergiftet das Leben der hassenden Person. Es hat alles immer nur mit einem selber zu tun. Und von daher ist ganz klar daraus abzuleiten, dass der Mensch sich selber auch nicht liebt, die eigene Mutter ihn nicht geliebt hat (das erwähnte ich bereits), und mit sehr großer Sicherheit auch der Vater nicht lieben kann, im Gegenteil, es muss davon ausgegangen werden, dass eine ganz große Portion Selbsthass bei jedem einzelnen vorhanden ist.

Und jetzt kommen wir zu der schönen Seite. Es hilft ungemein, den Hass aufzulösen. Der erste Schritt ist Verständnis. Man wälze die böse Schwiegermutter und das, was man aus ihrem Leben weiß, so lange im Kopf und im Gefühl, bis man den Durchbruch erlebt: „Ich hätte nicht anders handeln können, wenn ich ihre Erfahrungen hätte machen müssen!“

Das hat nichts mit Schwiegermama zu tun, aber sehr viel mit ihrem Gegenüber, also der hassenden Person. Es ist der erste Schritt zum Verständnis, wo der eigene Selbsthass seinen Ursprung hat. Und dann sehe man sich die eigenen Eltern und Großeltern an. Sie waren auch hassende Menschen, wenn auch ganz bestimmt nur unbewusst mit sehr, sehr viel verdrängten anderen Gefühlen. Sie konnten ihr Leben nicht anders leben, sie hatten keinen Zugriff auf das, was unbewusst war. Es gab unser heute mögliches Bewusstsein noch gar nicht. Und so sind sie alle Opfer von Opfern gewesen.

Hat einer das durchlebt, löst sich das Hassgefühl auf. Und das bereitet den Boden für die Liebe zu sich selber. Zuerst ich, dann die anderen! Das ist nicht Egoismus, das ist gelebte Selbstliebe!

Indem einer den Hass auflöst, befreit er seine ganze Familienlinie davon. Es ist so, dass sich im selben Augenblick aller Hass in irgendeiner alten Geschichte löst, er ist einfach nicht mehr vorhanden, weil er jetzt und hier dieses Gefühl transformieren konnte. Alle Aspekte, also all jene, die du mal in anderen Inkarnationen dargestellt hast, verändern sich mit. Von daher verändert sich auch das, was „damals“ geschah.

Die Vergangenheit ist nicht das, was der Mensch davon glaubt. Sie ist lebendig, verändert sich ständig, weil alles, was du heute fühlst, in alle Universen ausstrahlt und alles verändert. Die Vergangenheit ist eine Geschichte, die ständig neu erzählt werden kann. Aber sie ist nur eine Geschichte … DU LEBST HIER UND JETZT.