Der zerrissene Vorhang

Manches Mal, wenn ein Kind auf die Welt kommt, dann erschrecken die Erwachsenen, die den Säugling betrachten. Das Kleine sieht die Gesichter über sich mit solche wissenden Augen an, so bewusst schaut es aus der Wäsche, dass manch einem eine Gänsehaut über den Rücken läuft.

Das Kind, besser: die Seele oder das Bewusstsein, das es ist, WEISS, wo es ist. Es prüft noch mal schnell, ob die Verkörperung tatsächlich geklappt hat. Dann zieht es so etwas wie einen Vorhang zu, den Vorhang des Vergessens. Jetzt kann das Abenteuer, ein Mensch zu sein, beginnen.

Ist das Abenteuer bestanden, ist das Leben gelebt, ausgesaugt, ausgelaugt, ist der Mensch satt gelebt, dann beginnt der Sterbeprozess, Gott sei Dank! Wie schlimm wäre es, wenn wir ewig hier auf Erden bleiben müssten, fern von zu Hause, abgeschnitten durch den Vorhang.

Es ist eine Erlösung im wahrsten Sinn, wenn wir endlich den engen Körper hinter uns lassen können, wenn wir den Vorhang wieder durchdringen und wieder dort sind, wo wir hergekommen waren: zu Hause! Im besten Fall beginnt der Weg (energetisch hinauf) zur Essenz, die Vereinigung mit dem Bewusstsein, von dem das menschliche Bewusstsein nur ein kleiner Teil ist.

Als Jesus starb, zerriss der Vorhang im Palast. Ein Symbol, das deutlich machen sollte, dass wir, die Menschen, einen Schleier zwischen dem irdischen Leben und dem unbegrenzten Zuhause gezogen haben, der mit Verlassen des Körpers „zerreißt“.

Die aufgestiegenen Meister der neuen Zeit öffnen aber ihren Schleier durch das Erlauben. Sie müssen nicht mehr sterben, um nach Hause zu kommen. Sie gehen durch ihre menschlichen Ängste vor dem Unbekannten, dem nicht mehr Vertrauten, aber dann, irgendwann, sind sie hindurch. Jetzt können sie ohne alle Vorbehalte wirklich ERLAUBEN, dass die Essenz in ihnen gegenwärtig ist, ohne Vorhang und ohne gestorben zu sein. Ist das nicht phänomenal?

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Am Ende

Das Jahresende ist immer auch ein wenig wie das Sterben eines Körpers. Trotzdem geht es weiter.

Wenn jemand stirbt … ist er nicht tot. Das ewige Leben bekommst du nicht, weil du fein glaubst … Du bist Bewusstsein, unsterblich von Natur aus, und kein Verhalten welcher Art auch immer kann dir dein Sein nehmen oder geben.

Du inkarnierst in einen Körper – und dann vergisst du, wo du herkommst, damit du deine Geschichte erfahren kannst. Und wenn diese „ausgelutscht“ ist, wenn du alles, was die Geschichte bietet, erfahren hast, verlässt du deinen Körper.

Das Thema Sterben ist in den letzten 2.000 Jahren verdreht worden, entstellt, manipuliert, einfach weil sich jeder auf seine Art daran ausgetobt hat. Was bleibt, ist eine unglaubliche Angst davor. Keiner will es, aber alle wissen, es kommt … unweigerlich. Und dann?

Man sagt, der Mensch kann das nicht wissen, aber das ist auch nur eine dieser Lügen. Hätte die Kirche dir erzählt, du hast das ewige Leben, du kannst wissen, was du vergessen hast, hätte sie dir dann noch deinen Nachlass abnehmen können? Hätte sie all die Reichtümer einsammeln können? Hätte sie sich nicht längst auflösen müssen? Sie hätte!

Mit dem Tod ist eine unheilvolle, schwere Angstenergie verbunden. Wir trauern, wenn ein uns nahestehender Mensch stirbt. Aber warum eigentlich? Warum feiern wir nicht sein Leben? Dieser Schöpferaspekt hat doch eine großartige Erfahrung erlebt!

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Und wieder mal ist Sterben angesagt

Wenn der Aufstieg beginnt … ja, wann beginnt er eigentlich?

Es ist ein Prozess, der bei mir so ablief: Ich hatte meinen Mann gebeten, das Haus zu verlassen, da ich ihn nicht mehr ertragen konnte. Danach saß ich eine lange Weile ganz betäubt herum und versuchte zu begreifen, was mir unbegreiflich war. Ich lief wie eine Marionette durch die Zeit, gefühllos und kopfschüttelnd …

Eines Tages bog ich um die Ecke der Bibliothek der Uni, in der ich arbeitete … und um mich herum ging die Welt unter. Ich hörte nichts mehr, es war totenstill, als wäre eine Käseglocke über mich gestülpt worden. Ich sah in einigen Metern Entfernung das Schwarze Brett im Eingangsbereich – und zielstrebig ging ich auf einen Zettel zu (den ich von der Ecke aus überhaupt nicht erkennen konnte). Es wurde jemand für einen Zusatzjob gesucht. Ich wusste sofort, das ist für mich! Also bewarb ich mich. Und als ich dann meine Unterlagen im privaten Briefkasten des Mannes hatte, sagte eine Stimme zu mir: „Nichts kann das mehr aufhalten.“ Es war der Beginn meines Weges. Mein Aufstiegsprozess hatte mit diesem „Erwachen“ begonnen, und nichts kann das mehr aufhalten! Stimmt.

Seit dem bin ich schon so oft gestorben, es ist kaum mehr auszuhalten. Ich habe alles hinter mir gelassen, habe Familie aufgegeben, meinen Job, mich schmerzhaft von Freunden getrennt, die mich jahrzehntelang energetisch „durchs Leben getragen“ und von anderen, die mich nur ausgenutzt und manipuliert hatten. Dann bin ich Sanat Kumara gefolgt, der von mir verlangte, mich zum Sterben bereit zu machen. Ich habe das damals nicht verstanden, aber ich bin ihm gefolgt. Ich dachte, er wäre Gott, und wenn Gott das so will … ich wäre lieber bei ihm gewesen, als zu der Zeit mein Leben weiterzuleben. Aber er wollte mich gar nicht. Sterben war etwas anderes als das, was der Mensch im Allgemeinen darunter versteht.

Auf diesem Weg zu sterben, bedeutet einfach, wieder mal ein Stück seiner menschlichen Identität aufzugeben, um ein Stück näher an den Gott heranzurücken, der man selber ist.

Und wenn dann die Zeit kommt, da geschieht das, was Adamus „poppen“ nennt (nicht, was du darunter verstehst …). Wenn die Maiskörner die richtige Temperatur haben, d. h. bereit sind, dann beginnen sie zu poppen, aufzuplatzen eben. Man bereitet sich auf die Phase in diesem Prozess vor, die buchstäblich Aufstieg ist, nämlich die Energiefrequenz derart anzuheben, dass man den Schleier durchdringt. Und dann erfolgt erst die vollständige Verbindung mit dem ICH BIN. Dann erst ist man wirklich ERLEUCHTET.