Dein Partner, dein Spiegel

Manch einen Morgen wache ich auf und formuliere bereits einen Text, bevor ich noch richtig wach bin. So auch heute früh. Es geht um den Spiegel, der ein anderer Mensch für dich sein kann.

Nimm an, du hast einen miesen Ehepartner. Du hast es nicht bemerkt, wie niederträchtig der in Wirklichkeit ist, denn er hat hinter deinem Rücken all seine schmutzigen Fantasien ausgebreitet und dich verleumdet, während er dir erzählte, dass er dich liebt.

Wie kann so etwas sein? Wieso sollte dir das etwas spiegeln? Du bist doch nicht niederträchtig!

Nein, bist du auch nicht. Das Ding mit dem Spiegel ist auf den ersten Blick nicht so leicht erkennbar. Das ist der Grund, warum die Menschen sich nicht darin erkennen.

Man muss es von einer etwas erhöhten Warte aus betrachten. Warum ist einer niederträchtig (um bei diesem Beispiel zu bleiben)? Er ist in sich selber aus dem Gleichgewicht geraten, warum auch immer. Eigentlich sollte man erwarten können, dass zwischen Paaren eine gewisse Harmonie herrscht, Das tut sie auch, nur anders …

Der niederträchtige Part handelt so, weil er nicht mit sich eins ist. Er ist unharmonisch, möglicherweise hat er einen unerkannten Hass auf … wen auch immer. Er projiziert ihn auf dich. Und er bekämpft dich auf hinterhältige Art. Er kann nicht offen kämpfen, er fühlt sich dir (dem gehassten Subjekt seiner Kindheit) unterlegen. Er will diesen Fakt aber auch nicht erkennen, weil er sich dafür schuldig fühlt. Also kämpft er auf eine Art, die ihm nicht bewusst ist und dir nicht bekannt. Er ist innerlich aus dem Gleichgewicht.

Und wie siehst du dich da drin? Was zeigt es dir?

Du spielst Opfer. Du hast zu erkennen gegeben, dass du kämpfen kannst. Das passt ihm gut. Du ringst um Anerkennung. Das passt noch besser, denn die kann er dir verweigern. Er hat also Macht … Du bist ihm ein guter Partner, denn jetzt kann er sich ausagieren. Er zwingt dich fortwährend zu reagieren, ihm also mit Taten zu antworten. Aber du bist das Opfer, du hast ein gewisses Opferbewusstsein, fühlst dich klein, minderwertig, kämpfst um die Anerkennung deines Wertes (die du dir selber nicht gibst, weil du meinst, sie müsste von anderen kommen). Du leistest unheimlich viel – und er nimmt und nimmt…

Du lädst ihn mit dieser Einstellung geradezu ein, dich auszubeuten. Du selber bist ebenso wie er aus dem Gleichgewicht. Du bist nicht minderwertig, kannst es gar nicht sein, denn all das ist nur ein Gedankenspiel, hier auf Erden nur zu üblich. Du bist ein göttliches Wesen, wie könntest du minderwertig sein?

Was bei beiden gleich ist: Beide seid ihr aus der Balance gekommen, deshalb passt ihr so gut zusammen, und deshalb ist die Beziehung auch nicht ausbalanciert.

Dein Spiegel zeigt dir, du bist nicht im Gleichgewicht. Wenn du es wärst, hätte er nie eine Chance gehabt, dich auch nur etwas näher kennenzulernen. Wahrscheinlich hättest du ihn nie gesehen!

So funktioniert es.

Eine Antwort auf „Dein Partner, dein Spiegel

  1. Vielen, vielen Dank für diesen Beitrag…..ich hab ihn mir ausgedruckt……was du beschreibst, hab ich erleben müssen und hab es verstanden, warum es so war.
    Herzliche Grüße,
    Margot.

    Gefällt 1 Person

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